Von Turbo-Kichererbsen, Vertrauensfindungen und Nicht-Reinfällen
Elli, Klemens, Andrea & Tino mit zwei Kanadiern vom Rheinfall bis Waldshut & weiter
Am Rheinfall kreuzten noch die Touristenboote, die wir schleunigst hinter uns ließen. Fortan gehörte der Fluss uns allein. Die Sonne lag warm auf dem Wasser, die Ufer leuchteten in Grün, Gold und Rost. Das Eintauchen der Paddel gab den einzigen Takt vor. Wir redeten über vieles und schwiegen genauso gern: keine Eile, einfach laufen lassen. Es wurde gevespert, gekocht, gekicher(erbs)t, und man ließ sich vom Kanadier aus für ein erfrischendes Bad in den Rhein gleiten – am 3. Oktober!
Unterwegs zeigte uns die Natur ihre Wunder: Eisvögel bei der Jagd, Start- und Landemanöver diverser Wasservögel, grauweiß schimmernde Bäume, die sich als Kormoran-Toilette entpuppten, und fliegende Spinnen, die beim Ballooning an ihren Fäden übers Wasser segelten. Nur selten saß ein stiller Gast am Ufer.
Luxus gab es auch: Die Schweizer Wasserfahrstühle hoben uns vollautomatisch über die Wehre im Rheinau, und als der Regen einsetzte, wussten wir Küche und Wohnzimmer des Flaacher Campingplatzes sehr zu schätzen.
D
och dann kam der Koblenzer Laufen. Ach, Niedrigwasser, dachten wir, wird schon gehen. Pustekuchen. Ganz ohne Lärm zog das Wasser an, wurde schnell und eigensinnig, und das Herz schlug bis in die Fingerspitzen.
Also vertrauten wir unseren Steuerfrauen – frei nach Fontane:
„Wie weit noch, Steuerfrau?“ ruft’s vom Bug. „Noch dreißig Meter … das ist genug.“ Sie lasen das Wasser, sie fanden die Spur, sie hielten den Kurs durch die wilde Natur.- Elli und Andrea – sie tragen die Kron’, zwei trockene Männer - sind ihr Lohn.
Dann lag der Rhein wieder glatt vor uns, und die Ruhe danach war tiefer als die davor. Wir kamen erholt an, ein wenig demütig aber stolz und dankbar für die Tage in Harmonie und Viersamkeit. Das Vertrauen und die Freude? Hatten am Ende alle vier gefunden. (Tino)